Rezension | Spinster Girls – Was ist schon normal? / Holly Bourne

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Titel: Spinster Girls- Was ist schon normal? | Autorin: Holly Bourne | Reihe: 1/3
| dtv Verlag|ca. 408 Seiten | Taschenbuch: 10,95€; eBook: 9,99€

inhaltWir sind stark, wir lassen uns nichts sagen und küssen trotzdem.
Wir sind die Spinster Girls!

Alles, was Evie will, ist normal zu sein. Und sie ist schon ziemlich nah dran, denn immerhin geht sie wieder zur Schule, auf Partys und hat sogar ein Date. Letzteres entpuppt sich zwar als absolutes Desaster, dafür aber lernt sie dadurch Amber und Lottie kennen, mit denen sie den Spinster Club gründet. Doch schafft sie es auch, mit ihren neuen Freundinnen über ihre Krankheit zu sprechen?

meinungDurch den Verlag und einiger Blogger wurde bereits vor erscheinen sehr viel Werbung und eine Aktionen gestartet. So konnte man das Buch eigentlich gar nicht nicht sehen. Der dtv Verlag hat auch mir ein Exemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

Ich habe mich unglaublich auf dieses Buch gefreut, denn man bekam mit, dass es hier um Feminismus geht und das dieser im Mittelpunkt steht. Ich bin immer sehr von diesen Themen angetan und finde auch persönlich, dass es hier noch viel zu wenig Bücher drüber gibt. Doch schnell wurde mir beim lesen klar, dass der Fokus hier auf etwas ganz anderes gelegt ist.

Die Protagonistin Evie hat eine Zwangsstörung, die vor allem durch Reinigungszwang geäußert wird. Außerdem hat sie Panik davor, krank zu werden. Auf dem Collage lernt sie nach einem Klinikaufenthalt neue Freundinnen kenne, die allerdings nichts von ihrer Krankheit wissen. So waren für mich Probleme schon vorprogrammiert und ich habe eigentlich nur die Seiten gezählt, bis es raus kommt.

„Kann ich nicht einfach nie mehr ungute Gedanken haben? Können die nicht einfach für immer wegbleiben?“
Und da sah ich zum ersten Mal ein bisschen Mitgefühl in ihren Augen. Weil das nie passieren würde. Sie wusste es. Ich wusste es. Wäre nur so schön, es nicht zu wissen.

Als Leser bekommt man einen wirklich einen sehr guten Eindruck von ihrer Gedankenwelt und begleitet sie bei Therapiesitzungen und dem führen eines Genesungstagebuchs. Dieser Teil hat mir wirklich unglaublich gut gefallen, denn irgendwie hat man so fühlen können, wie Evie sich fühlt. Ihr einziger Wunsch ist jedoch: Normal sein.

Und nun kommen wir zum „Feminismus“ in diesem Buch. Ich muss sagen, dass ich noch mal eine Nacht drüber geschlafen habe und finde, dass das Buch etwas falsch vermarktet wurde. Feminismus spielt eine Rolle, keine Frage! Jedoch liegt der Fokus einfach nicht drauf. Gemeinsam mit ihren neuen Freundinnen Lottie und Amber gründet sie den „Spinster-Club“. Dort wird bei jedem Treffen ein feministisches Thema diskutiert, welches vorher ausgewählt wird. Diese Idee finde ich wirklich super klasse! Jedoch kommt das viel zu selten in dem Buch vor, was ich sehr schade fand.

Er sah von meinen Händen zu meinem panischen Gesicht, voll aufrichtigem Verständnis. Er hatte es begriffen. Er wusste Bescheid. Ein gebrochener Mensch findet den anderen wie mit einem Peilsender.

Die Mädels sind alle 16 Jahre alt, und absolut jeder Junge ist „scheiße“ und macht nur böse Dinge. Kein einziger Mann/Junge nimmt in dem Buch eine gute Rolle ein. Ich kann die Sichtweise verstehen, denn ich war ja auch mal 16 Jahre als. Und ich habe damals auch so gedacht, da es in dem Alter einfach nicht so leicht ist. Jedoch finde ich es hier wirklich sehr extrem dargestellt und es wird regelrecht ein Männerhass entwickelt. Vor allem bei Amber. Leider konnte ich sie wirklich nicht leiden, da sie immer was zu meckern hatte. Aber nicht auf eine kritische und konstruktive Weise, sondern sie findet einfach nur alles und jeden richtig doof.

Am Ende des Buches wurde es nochmal so richtig spannend und die Seiten flogen nur so dahin. Es hat mir richtig gut gefallen, da endlich mit offenen Karten gespielt wurden.

Ich erinnere mich an einen Gedanken, der mir kam, als ich gerade in Ohnmacht fiel.

Der Gedanke
Tja, das ist jetzt auch nicht normal, oder, Evie?

fazit
Auch wenn ich einiges zu kritisieren hatte, war ich von dem Buch wirklich gefesselt. Evies Zwangsstörungen haben das Buch echt und lebendig gestaltet und da es noch weitere Bücher der Reihe geben wird, bin ich mehr als gespannt wie es weiter geht.

Hier möchte ich mich eigentlich gar nicht für eine Kategorie entscheiden müssen. Trotz der Kritikpunkte hat es mir gefallen und ich würde es zwischen diesen beiden Kategorien einstufen.
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Weitere Rezensionen

Letterheart | Sarah Ricchizzi | Stehlblüten

eure becca

5 Kommentare zu „Rezension | Spinster Girls – Was ist schon normal? / Holly Bourne

  1. Liebe Becca,

    ich sehe das genau wie du. Feminismus spielt eine Rolle, ist aber nicht das zentrum des Buches. Trotzdem hat mir die Geschichte schon gefallen. Die Darstellung von Mental Health war meiner meinung nach ganz gut, aber als außenstehende kann ich das auch nicht unbedingt zu 100 % sagen ^^

    Eine tolle Rezension :)

    Liebe Grüße,
    Marion

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